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Myrrhe und Weihrauch

Myrrhe und Weihrauch

Myrrhe und Weihrauch
Die Rauhnächte sind vorbei, heute ist Epiphanias. Es wird als Fest der Erscheinung des Herrn gefeiert, es wird erinnert an die Ankunft der Drei Weisen am Stall zu Betlehem. Die Drei Weisen waren beladen mit den kostbarsten Geschenken der damaligen Zeit: Weihrauch, Myrrhe und Gold. Jesus, das Kind im Stall war all dessen würdig, das wussten die Drei Weisen intuitiv und begaben sich mit ihren Geschenken auf die Reise.
Eine mühselige, lange und auch gefährliche Reise galt auch den Weihrauch-Karawanen, die das Harz aus dem heutigen Oman und Jemen über die Weihrauchstraße zum Mittelmeer transportierten. Hundert Tage dauerte die Reise durch die Wüste, von dort wurde das Gut mit Schiffen nach Griechenland, Byzanz, Rom etc. weiter transportiert. Auch die Germanen kannten das kostbare Harz. Durch Handel und Tausch mit den Römern kam es in unsere nordischen Breitengrade. Woher das Harz kam und wie es gewonnen wurde galt als schwer behütetes Geheimnis. Die phantasievollsten Geschichten entstanden um die Produktion.
Vor allem Könige und hoch gestellte Geistliche benutzten Weihrauch in Mengen. Um das Volk der Germanen untertan zu machen wurden alle Kulte und Rituale als heidnisch verklärt und galten verboten. So auch das Räuchern mit heimischen Kräutern. Unsere heimischen Kräuter wurden als Hexenkraut verschworen, als Unkraut abgetan.
Weihrauch wurde dadurch noch höher gepriesen und tat aber gleichzeitig sein Gutes. Denn Weihrauch duftet nicht nur betörend, sein Rauch hat auch reinigende Wirkungen.
In den großen Kirchenhallen wirkte es desinfizierend und konnte somit Pest und krankmachende Vieren eindämmen. Noch heute wird er in manchen Ländern als Medikament eingesetzt.

Weihrauch und Myrrhe, verkörpern das männliche und das weibliche Prinzip. Yin und Yang. Sie werden oft gemeinsam genannt. Weihrauch ist dem Geist des Himmels, dem göttlichen zugeordnet und die Myrre dem Materiellen, der Erde. Das Weihrauch-Harz ist hell gelblich und das Myrrhe-Harz ist dunkel bräunlich. Myrrhe entspricht der weiblichen Sinnlichkeit, das Harz wirkt erdend, beruhigend, verdichtend. Das Gewicht von Myrrhe ist schwerer und somit war es auch vielfach teurer.
Botanisch betrachtet gehören der Weihrauch- und der Myrrhebaum zur Familie der Balsambaumgewächsen. Sie wachsen beide in kargen Gegenden unter sehr besonderen klimatischen Bedingungen. Eine künstliche Kultivierung ist nicht möglich. Auch das macht die Harze zu etwas Besonderem.
Genau das möchten wir betonen. Auch wenn in heutiger Zeit eine Vielzahl von exotischen Harzen leicht zu erwerben sind, so bleiben sie doch in ihrer Essenz etwas Besonderes und erwünschen eine achtsame Benutzung. Es gibt bestimmte Anlässe zu denen wir uns bewusst mit der fremdländischen Magie oder mit bestimmten Energien verbinden möchten. Dann wird der spezielle Rauch regelrecht eingeladen und darf seine Wunder vollbringen.
Heute zum Beispiel ist so ein besonderer Tag um mit Achtsamkeit und Muße die kostbaren Harze Weihrauch und Myrrhe zu Räuchern.

Es gibt eine kurze und sehr interessante Dokumentation über die Weihrauchstraße:
ARD mediathek Schätze der Welt

 

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