· 

Weihnachten - Weihe Nacht

Myrrhe und Weihrauch 

Weihnachten ist ein guter Zeitpunkt etwas Segnendes, etwas Weihendes zu räuchern. Mit dem Weihnachtsfest zelebrieren wir hier in der westlichen Welt die Geburt Jesu, dem lichtbringenden Kind. Wir feiern in der Familie, mit lieben Freunden und bestem Essen und vielen Geschenken. Das darf auch mit Rauch unterstützt werden.

 

Mit Weihrauch ist jeglicher rituell weihende Rauch gemeint. Wir benutzen das Wort gemeinhin für das spezielle Harz des Boswellia Baumes, der vorwiegend in Zentralafrika und Arabien wächst. Weihrauch und Myrrhe wurden in der Antike wie Gold gehandelt. Die drei Könige brachten es dem heiligen Kind als Geschenk. Es gab sogar eine Weihrauchstraße, die das kostbare Gut in alle Welt führte. Seine Gewinnung war ein Geheimnis. Vermutlich kennen wir alle den Geruch von kirchlichem Weihrauch. Ich erinnere mich noch, und mein Geruchsgedächtnis auch, dass im Zuge der katholischen Liturgie jährlich ein Straßenzug mit einem Weihrauchschwenker an meinem Haus vorbeizog. Der Duft hing lang in der Luft. 

Beifuß

BEIFUSS

Den Geruch von Beifuß allerdings kannte ich nicht. Dabei ist Beifuß vielleicht das wichtigste Räucherkraut unserer germanischen Vorfahren. Es war deren Weihrauch. Sie benutzten es unter anderem in den Rauhnächten um Haus und Hof auszuräuchern und vor bösen Energien zu schützen. Beifuß ist ein mächtiges Kraut. Sein Duft ist nicht fein wie der von Weihrauch oder Myrrhe, doch sein Rauch ist dicht und hat es in sich. Sein Pflanzengeist ist allumwebend, reinigend, segnend und schützend- ähnlich dem Weihrauch. Das Besondere ist, Beifuß wächst frei und unscheinbar in unserer Umgebung, üppig an sonnigen und brachen Flächen oder am Wegesrand. In manchen Rezepten findet sich Beifuß als Kraut zum Würzen der Weihnachtsgans. Hier findet sich vielleicht noch ein Überbleibsel aus alter Zeit. Vielleicht findest du sogar für das Weihnachtsessen ein kleines Sträußchen in deiner Küche.

 

Wir möchten dich ermuntern in deiner näheren Umgebung nach Räucherware zu schauen. Zur Winterzeit gibt es vielleicht Zimtstangen oder Gewürznelken im Gewürzregal. Beides kannst du zum Räuchern benutzen um zarte, warme, exotische Düfte zu erzeugen die dein Weihnachtsfest rituell unterstützen. Oder du benutzt die Nadeln deines Weihnachtsbaums oder Gesammeltes vom Spaziergang zum Räuchern. Hier der Hinweis: dass wenn noch Feuchtigkeit in der Pflanze enthalten ist, kommt es zu kleinen Verpuffungen.

 

NELKE bringt Klarheit und wirkt antiseptisch, ihr Duft würzig. Beim Räuchern ist sie fast wie eine Wunderkerze. Wir empfehlen die Knospe mit einer Pinzette in die Flamme zu halten, bis sie Feuer fängt und zu rauchen beginnt. Bitte benutze dafür eine feuerfeste Unterlage, zum Beispiel einen Teller, denn es fallen hin und wieder glühende Teile herunter.

 

ZIMT bildet zarten Rauch, der wohlduftend, sättigend und wärmend ist. Du kannst die Zimtstange an einem Ende in die Flamme halten, bis sie Feuer fängt und zu rauchen beginnt.

 

Tannennadeln oder Kiefernnadeln

Du kannst Nadeln, Rinde und das Harz deines Weihnachtsbaums zum Räuchern verwenden. Bitte mit Vorsicht und immer nur mit kleinen Teilen auf einer Feuerfesten Schale damit nichts in Flammen aufgeht. Die Tanne schenkt uns Erdung, Stärke und Schutz.

 

 

Es gibt Kraut und Harz das von Natur segnend wirkt. Doch können wir auch ohne Rauch segnen. Die Absicht zu setzen „etwas zu segnen“ ist dabei der wichtigste Aspekt. Der Rauch deines Krauts wirkt dann unterstützend. Du kannst z.B. deine Räume, Deine persönlichen Heiligtümer, Deine Weihnachtsgeschenke und auch den Weihnachtsbaum oder Gesteck mit Rauch segnen. Nimm den Rauch bewusst wahr – riechend, sehend, schmeckend, fühlend und folge Deiner Eingebung.

Zimt und Nelke