· 

Kleine Räucherkunde

Die einfachste Art zu Räuchern ist ein getrocknetes Kraut, Blatt oder Blüte, in eine Flamme zu halten bis es Feuer fängt und danach zu „rauchen“ beginnt.

 

Vermutlich hat die Geschichte des Räucherns ähnlich begonnen. Denn mit der Entdeckung des Feuers kam der Rauch. Mit der Entdeckung des Feuers begann auch die Entdeckungsreise der verschiedenen Qualitäten des Feuer-treibenden Guts.

Somit hat das Räuchern eine jahrtausendalte Geschichte. Alle alten Kulturen wussten um die reinigenden, heilenden und schützenden Wirkungen vom Verbrennen natürlicher Substanzen. Noch heute wird das Räuchern von vielen Völkern zelebriert und in alltäglichen und heiligen Ritualen gelebt.

Vor nicht allzu langer Zeit wurde noch mit Feuer gekocht und so gab es in jedem Haus glühende Kohlen und damit auch Rauch. Mit dem Einzug der Elektroherde schwand dann auch leider die Nähe zum Wissen um die Kräuter und es kam zur Entfremdung mit diesem natürlichen Prozess der Elemente. Wir alle kennen aber die Magie eines Lagerfeuers oder eines brennenden Feuers im Kamin.

 

Eigentlich bedeutet Räuchern Rauch machen. 

Das kann wie oben beschrieben mit Kräutern und Blüten geschehen, oder mit Holz, Rinde, Samen, Wurzeln und Harz (dazu später mehr). Die Natur hält uns dafür viele Geschenke bereit.

Räuchern hat etwas mystisches und ist doch dabei etwas sehr handfestes. Vielleicht kommt die Mystik von den nebelartigen Schwaden oder dem rituellem Aspekt. In unserem Kulturkreis kennen wir „Rauch“ aus dem katholischen Gottesdienst oder den Zeremonien einiger Naturvölker. Immer sind es die hierarchisch hoch Gestellten die das Räuchern zelebrieren. Bestimmt rührt eine Art Hochachtung daher. Es gibt jedoch auch volksnahe Räucherrituale. In Asien gehört das Räuchern heute noch zum Alltag. 

 

Das was jedes Räuchern beansprucht ist die Achtsamkeit. Wir müssen um zu Räuchern bewusst etwas anzünden, können dann den Rauch beobachten, riechen und schmecken, führen und sogar fühlen. 

Doch müssen wir kein Alchemist sein um zu Räuchern. Wir dürfen einfach nur, um Düfte und Rauchentwicklung auszuprobieren, experimentieren. Später, wenn wir mögen und tiefer in die Qualitäten einsteigen wollen, können wir die Mystik mit Ritualen dazu holen. 

 

Rauch verändert die Atmosphäre, die Luft wird „kompakter“, sie wird sozusagen sichtbar. Rauch kann zum Beispiel, außer zu Ritualen, zur Keimtötung (Krankenzimmer) und zur Konservierung (geräucherter Fisch) eingesetzt werden. Rauch kann anregend, harmonisierend, betörend und entspannend wirken. Der Geruchssinn ist stark mit unserem Nervensystem verknüpft. Wohlriechende Düfte und stinkende Gerüche lösen in uns Emotionen aus. So können wir mit entsprechenden Kräutern und Harzen und ihrem Rauch unser Befinden beeinflussen.

Vielleicht kennst du schon dein liebstes Kraut, oder deine liebste duftende Blume? 

 

Wir sind Befürworter des Räuchern mit heimischen Kräuter, auch wenn wir die exotischen Harze und Kräuter sehr zu schätzen wissen. Die Auseinandersetzung mit heimischen Kräutern bringt uns unseren Wurzeln näher. Erstmal weil unsere Ahnen auch damit geräuchert haben, sie tragen sozusagen ein familiäres Erbe. Zweitens, weil wir die Natur um uns herum intensiver wahrnehmen, wenn wir beim Sammeln auf der Suche nach diesen Kräutern sind. Außerdem trägt ein Kraut, dass in unserer Nähe wächst, ähnliche Alltagsinformationen wie wir in sich, es ist nicht fremd. Wir wissen wie rein es gewachsen ist und wo es herkommt, ähnlich einer Inhaltsangabe bei Lebensmitteln. Kräuter und Harze aus fremden Ländern bringen andere Qualitäten, die nicht per se falsch sind, aber auch bewusst und der Situation entsprechend eingeladen und gewürdigt werden wollen.

  

Wir möchten dich hiermit inspirieren mit dem „Rauch machen“ mit allen Sinnen zu experimentieren und wünschen Dir dabei viel Freude!