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Dankbarkeit - eine Liebeserklärung an das Leben

Als mein Vater vor fast zwanzig Jahren bei einem Unfall verstarb war ich geschockt und furchtbar traurig und gleichzeitig erfüllt von tiefer Dankbarkeit. Dankbar dafür, dass er nicht leiden musste, weil alles ganz schnell ging. Dankbar, dass wir uns vor seiner Reise noch gesehen und zum Abschied feste umarmt hatten. Dankbar, dass mein Vater ein erfülltes Leben gelebt kaum etwas aufgeschoben hatte. Dankbar für meine Familie mit der ich gemeinsam die Zeit der Trauer bewältigen konnte. Dankbar für die große Anteilnahme. Dankbar für die Sonnenstrahlen, die im Trauergottesdienst durch das Fenster vor unsere Füße schienen. Dankbar für meinen Glauben, dass das Sein nicht mit dem Tod endet.

Heute würde ich sagen, dass diese Zeit der Beginn meiner bewussten spirituellen Entwicklung war. Seit dem hat mich Dankbarkeit insbesondere in schweren Zeiten meines Lebens begleitet und mehr als einmal vor dem Untergehen gerettet. Ich muss gestehen, dass das niemals eine bewusste Entscheidung war, sondern ein Gefühl, dass mich aus einer unbewussten Quelle förmlich geflutet hat.

 

Es gibt zahlreiche Texte zu der Kraft von Dankbarkeit  in spirituellen und psychologischen Quellen gleichermaßen - Dankbarkeit als bewusste Haltung bzw. Entscheidung. Es gibt Berichte darüber, dass Unzufriedenheit sich in Zufriedenheit wandelt und magische Dinge im Leben passieren und das Dankbarkeit (noch) glücklicher macht. Es wird vielfach empfohlen, täglich eine Dankbarkeitsliste zu führen: entweder im Geiste, wenn du im Bett liegst und den Tag noch einmal Revue passieren lässt oder mit Stift und Papier,  vielleicht sogar in einem extra dafür bestimmten Büchlein.

 

Dankbarkeits-Tagebuch - NEUJAHRS CHALLENGE

Allzuhäufig nehmen wir unser Leben und die Menschen und Dinge darin als selbstverständlich wahr. Oder hadern mit dem was uns das Leben schwer macht oder konzentrieren uns auf das, an was es uns mangelt. Mir geht es da von Zeit zu Zeit nicht anders - und möchte den Selbstversuch starten: ein Dankbarkeitstagebuch zu fürhen. Das ist tatsächlich keine neue Praxis für mich, ich habe das immer mal wieder gemacht und dann auch wieder gelassen ;) Zu Beginn diesen nagelneuen Jahres verpflichte ich mich nun zu 40 Tagen bewusster Dankbarkeit.

 

40 Tage – im Kundalini Yoga geht man davon aus, dass der Verstand aus 40 Aspekten besteht, von denen jeden Tag einer vorherrschend aktiv ist. Möchte man eine neue Verhaltensweise oder ein neues Muster etablieren, ist es hilfreich es 40 Tage durchgehend zu praktizieren, damit man jeden dieser Aspekte mit dem Neuen durchdringen kann. 

 

Das Jahr 2019 startet zum Ende der Rauhnächte mit einem ersten Neumond am 06.01 - bester Zeitpunkt, eine neue Gewohnheit zu etablieren! Wenn Du Dich angesprochen fühlst von der Dankbarkeitspraxis, würde ich mich freuen, wenn wir gemeinsam in die 40 Tage starten! Im Kollektiv fällt es meist leichter ein Vorhaben durchzuhalten. Schreib mir gern, wenn Du dabei bist!

 

Hier noch ein paar Anregungen wofür man dankbar sein kann:

  • Deiner Familie, deinem Partner & deinen Freunden
  • Deinem Körper danken
  • Es ist ein Wunder, dass du einen Körper hast, der so wunderbar funktioniert, dass du am Leben bist.
  • Für deine Arbeit danken
  • Für dein Zuhause dankbar sein
  • Der Schönheit der Schöpfung danken z.B. den Gesang eines Vogels, einen frischen Apfel, das Leuchten der Abendröte, den Duft von Regen. Wertschätzung für diese magische Welt bringt dich in Kontakt mit deinen Wurzeln und damit mit dir selbst.
  • Für deine Nahrung danken
  • Danke dafür, dass du heute satt geworden bist. Danke bei jeder Mahlzeit allen daran Beteiligten: den Bauern, den Transporteuren, den Verkäufern und natürlich Mutter Erde, der Sonne und dem Wasser.
  • Geistige Nahrung - Bildung ist nicht selbstverständlich.
  • Deinen Krisen danken - Jede Krise lassen uns wachsen und du kannst gestärkt aus ihnen hervor gehen.
  • Schwierigen Menschen danken - als Einladung an dir selbst zu arbeiten und Vergebung zu üben.
  • Dankbar für deine guten Eigenschaften sein, was du dir selbst und anderen gibst.

Ich habe mir ein besonderes Büchlein zurechtgelegt für meine Dankbarkeits-Praxis. Ein Block oder einzelne Blätter tun genau so ihre Dienste oder einfach bewusste Gedanken zum Ende des Tages. Ich freue mich auf meine und auch DEINE Erfahrungen, wenn Du sie mit mir teilen magst.

 

In jedem Fall wünsche ich uns allen ein Jahr, in dem wir mit Leichtigkeit und Freude für vieles Dankbar sein können.

 

In Dankbarkeit und Liebe, Tanja